Früher war die Welt des Privatfotografen einfach: Es gab Kleinbildfilm, Pocketfilm und noch ein paar Exotenformate sowie Profiformate wie Mittelformat und Großformat. Das Kleinbildsystem wurde immer besser und näherte sich stark dem Optimum an - die S-Kurve wurde immer flacher und es gab für den Kunden kaum noch revolutionäre Neuheiten die zum Kauf einer neuen Kamera motiviert hätten.
Also erdachte die Kameraindustrie das Format APS und versuchte damit, den Mangel an durchschlagenden Innovationen dadurch auszugleichen, dass ein technisch weit unterlegenes System künstlich gepusht wurde, ja das Kleinbildsystem sogar gezielt beschränkt wurde um APS wenigstens ein bisschen anzukurbeln.
Das Experiment ist (zum Glück) gescheitert und APS ist eingestellt. Man hatte mit der gerade explosionsartig wachsenden Digitalfotografie ohnehin genug zu tun.
Einige Zeit war die Welt der Formfaktoren in der DSLR-Fotografie genauso einfach: Es gab mit Canon einen Hersteller der sowohl Cropsensoren als auch Kleinbildsensoren verbaut hat, alle anderen DSLR Hersteller beschränkten sich auf das Cropformat und entwickelten deshalb auch nur noch Objektive für das Cropformat, die also Kleinbildformat garnicht komplett ausleuchten und deshalb an Analogkameras nicht nutzbar waren.
Die Welt war klar aufgeteilt, bis Nikon mit der D3 auch eine Kleinbild-DSLR vorgestellt hat. Hatte nicht Nikon immer betont, bei Cropformat zu bleiben? Egal, die Kamera schlug ein und die D700 ebenfalls. Wenig später zog Sony nach und stellte mit der A900 auch eine Kleinbild-DSLR vor. Also blieb von den etablierten DSLR-Herstellern mit Analog-Historie nur Pentax als reine Verfechter der Cropsensoren. Es wurden nur noch DA-Objektive vorgestellt, die (von Ausnahmen die auf analogen FA-Konstruktionen basierten) auch nur das Cropformat ausgeleuchtet haben. Ja man hat sogar die Linie der FA Limiteds offiziell eingestellt und die Unterstützung des Blendenrings bis auf weiteres ausgeschlossen.
Und jetzt? Die K-7 wird auf Flyern dargestellt - mit einem FA77 Limted! Also einem offiziell eingestellten Objektiv, einer Altlast aus den Zeiten als man sich noch nicht zur reinen DA-Lehre bekannt hat, einem längst von modernen neuen Objektiven ersetzten Stück aus Opas Dachboden.
Warum das so gemacht wurde, das wird uns als Fotografen wohl (falls überhaupt) erst am 21. Mai verständlich gemacht. So lange darf man sich einfach darüber freuen, dass die geniale FA-Limited Reihe immer noch Glanzstücke des Objektivbaus sind, die nicht so einfach ersetzt werden können.
Montag, 18. Mai 2009
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